Presseschau: Die Energiedebatte

Eine Diskussion mit vier Parteien und mindestens fünf Meinungen möchte man annehmen, die Energiedebatte kocht hoch. Eine Presseschau auf dem enorm Blog.

In dem Kommentar “Das Leid mit den Laufzeiten” bei WELT online wird die Bereitschaft der einzelnen Verbraucher in Frage gestellt, merklich mehr für “guten” Strom zu zahlen, auch die Industrie, “Hauptabnehmerin des Strom” rechne und sehe schwarz, heißt es. Die Anzeige der 40 Manager wird denn auch als ein Akt der Verzweiflung gedeutet. “Wer den Appell der 40 Manager erpresserisch nennt, verkennt den Ernst der Lage” – schließlich ginge es um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. “Längst ist die Energiedebatte vermasselt.”

Jochen Flasbarth geht in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hart mit der Atomlobby ins Gericht. Sie habe bei ihrem “energiepolitischen Appell” mit falschen Zahlen operiert. Und er sieht die regenerativen Energien mitnichten als die maßgeblichen Kostentreiber in der Stromversorgung. “Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt heute etwa 27 Euro mehr für den Strom als vor zehn Jahren. Davon gehen nur drei Euro auf die Förderung erneuerbarer Energien zurück.”

Die ZEIT hingegen weist in ihrem Artikel “Einstieg, nicht Ausstieg” darauf hin, dass die Interessen der Atomkonzerne und der deutschen Wirtschaft mitnichten dieselben seien. Vielmehr “beschwerten sich industrielle Großverbraucher sogar noch darüber, die Strompreispolitik der Versorger gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland”. Es wird auf die energiepolitische Wirklichkeit hingewiesen, die durch die vorherrschende energiepolitische Debatte in Berlin ins Hintertreffen gerät. Kurz: Energie muss effizienter genutzt werden, mehr Energie muss aus nicht versiegenden Quellen kommen und die “Energie der Zukunft muss sauber sein”. Außerdem geht der Artikel hart mit der Atomenergie ins Gericht und verweist auf überalterte Meiler, die nach heutigen Standards keine Genehmigung erhalten würden. Und es wird aufgeführt, wie wenig Strom tatsächlich von den Atommeilern kommt. Der ganze Artikel auf ZEIT online.

Auch Spiegel online berichtet über den Widerstand der Länder gegen Merkels Atompläne. Und auch im Tagesspiegel werden die vier Szenarien und die zentrale Rolle der Energieversorgung in der Regierung beschrieben.

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