Die Letzte macht ihr Licht aus – Das Ende der 75-Watt-Lampe
Heute, genau vor einem Jahr – was da war? Ärger, Unverständnis, Hamsterkäufe: Mit dem Aus für 100-Watt-Lampen und Birnen mit mattiertem Glas wurde das Ende der konventionellen Glühbirne im deutschen Handel eingeläutet. Jetzt geht das schrittweise Verbot der Stromfresser in die nächste Runde.
Was damals noch zu hitzigen Diskussionen führte – nicht nur in den Medien, sondern auch privat, unter dem fast schon nostalgisch anmutenden Licht unzähliger Küchenlampen – wird heute lediglich noch mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen: Mit dem heutigen Mittwoch verschwinden auch die 75-Watt-Birnen aus den Regalen. Nur die vorhandenen Restbestände dürfen noch verkauft werden. Von Menschenmassen, die in Baumärkte stürmen, um ihre Birnenbestände schnell noch für mindestens eine weitere Generation aufzufüllen, jedoch keine Spur. Dies bestätigt Hornbach ebenso wie die Hersteller Osram und Philips. Die Menschen scheinen sich mit der EG-Verordnung, die herkömmliche Lämpchen bis September 2012 vom Markt verschwinden lassen soll, arrangiert zu haben. Die Beschwerden über Kosten, kühles Licht und andere Unannehmlichkeiten der umweltfreundlichen, weil stromsparenden Alternativen Energiesparlampe und LED-Leuchtmittel scheinen zu verhallen; auch, weil sich das Angebot in dieser Hinsicht deutlich verbreitert hat. Die ab heute verpflichtenden Angaben auf den Verpackungen zu Leuchtkraft, Lichtfarbe und Dimmbarkeit sollen dem Kunden den Kauf weiter schmackhaft machen – schließlich gibt es für geringere Watt-Anforderungen vorerst weiter stromfressende Birnen.
Es funktioniert also: Die Politik hat einen klaren Kurs zum Schutz der Ressourcen vorgegeben, die Wirtschaft und auch die Gesellschaft sind ihm gefolgt. Das bloße „Auf-dem-Markt-sein“ der umweltfreundlichen Wahlmöglichkeiten hatte in diesem Fall nichts bewirkt. Die Kunden haben bis zuletzt die Heizkörper, die nebenbei leuchten – eine herkömmliche Birne setzt nur 5% der Energie in Licht um – vorgezogen. Wie entspannt diese Runde des Glühbirnen-Verbots aufgenommen wurde, ist gut. Für den Erhalt der Rohstoffe, aber auch, weil es gezeigt hat, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam viel erreichen können, um innerhalb der Gesellschaft den Wandel in Richtung nachhaltiges Denken voranzutreiben.
Dass dies geschehen ist, zeigt auch die Tatsache, dass der gestrige Tagesspiegel, der die Thematik aufgreift, damit in der Medienlandschaft nahezu allein steht; sonst ist zum Thema kaum etwas zu hören. Wobei die Idee dort, das Ansehen der stromsparenden Birnen zu steigern, indem sie eine namentliche Veränderung a´la Raider / Twix durchlaufen sollen, spannend ist. Kuschelbär, Knut oder Himbeereis sind die Vorschläge. Das würde das Sex-Appeal der Kompaktleuchtstofflampen, wie Energiesparlampen korrekt heißen, sicher noch steigern.
Hier die gesamte Kolumne im Tagesspiegel.
Text: Christina Stender






Also ich persönlich werde die 75 Watt Birne nicht vermissen. Ich benutze schon seit Jahren keine Glühbirnen mehr sondern nur noch Energiesparlampen. Von daher ist das für mich keine besondere Umstellung.