Wirtschaftsmotor Umweltschutz

 

Alte und neue Windenergie in einem Koog an der Nordsee

Die deutsche Wirtschaft wächst nachhaltiger. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Umweltwirtschaftsbericht 2011 des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes hervor. Demnach ist der Umweltschutz ein treibender Wirtschaftsmotor. Seit dem Bericht 2009 wird nun ein zweites Mal über Stand, Herausforderungen und Perspektiven der Umweltwirtschaft in Deutschland informiert. Die ökologische Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sei bisher erfolgreich: Zum Erwirtschaften der gleichen Erträge werden heute weniger Rohstoffe, Flächen und Energie benötigt als noch vor zehn Jahren. Ein weiterer Erfolg zeigt sich laut Bericht in der Abfallverwertung und seiner umweltfreundlichen Beseitigung. So werden rund 90 Prozent der Bauabfälle und 63 Prozent der Siedlungs- und Produktionsabfälle recycelt.

 

Die Umweltwirtschaft umfasst Unternehmen, die Umweltschutzgüter und –dienstleistungen anbieten und so dazu beitragen, dass schädliche Einflüsse auf die Umwelt vermieden, vermindert oder beseitigt werden. Die Palette der hergestellten Umweltschutzgüter und ihrer Einsatzbereiche ist breit: Pumpen, Luftfilter und Sammelbehälter für Altstoffe, Schalldämpfer, die der Abfallbehandlung oder Lärmschutz dienen, Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, aber auch Zähler zur Steuerung des Stromverbrauchs.

Dem Bericht zufolge habe sich der Umweltschutz in Deutschland zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Trotz weltweiter Wirtschaftskrise legte die Produktion von Umweltschutzgütern im Jahr 2009 überdurchschnittlich zu. Ebenso ist ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt gewachsen; die Anzahl der Beschäftigten im Umweltsektor ist gestiegen und erreicht aktuell mit knapp zwei Millionen Beschäftigten einen Höchststand. Gründe dafür liegen vor allem im Ausbau erneuerbarer Energien, in den Erfolgen beim Export von Umweltschutzgütern und bei umweltorientierten Dienstleistungen, wie etwa der Handel mit umweltfreundlichen Produkten, Energieberatungen sowie Wartung und Service. Der Präsident des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth resümiert: „Deutschland solle daher den Weg in eine Green Economy auch aus wirtschaftlichen Gründen entschlossen fortsetzen.“

Text: Lillian Siewert, Foto: Catharina Swantje Muuß


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