Posts Tagged ‘Atomkraft’

Wirtschaftsmotor Umweltschutz

 

Alte und neue Windenergie in einem Koog an der Nordsee

Die deutsche Wirtschaft wächst nachhaltiger. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Umweltwirtschaftsbericht 2011 des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes hervor. Demnach ist der Umweltschutz ein treibender Wirtschaftsmotor. Seit dem Bericht 2009 wird nun ein zweites Mal über Stand, Herausforderungen und Perspektiven der Umweltwirtschaft in Deutschland informiert. Die ökologische Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sei bisher Weiterlesen »

Kämpfen für den grünen Frieden: 40 Jahre Greenpeace

War vor 40 Jahren mit einer kleinen Demonstration nach “green peace”, grünem Frieden, begann, ist heute eine der größten und einflussreichsten Umweltschutzorganisationen der Welt. Gründer Irving Stowe wollte am 15. September 1971 mit einem kleinen Boot von Vancouver aus zu den Aleuten reisen um gegen die Atombombentests der US-Amerikaner zu protestieren. Hier mehr zur Gründungsgeschichte von Greenpeace.

40 Jahre Greenpeace heißt mittlerweile auch: Büros in 40 Ländern und von Anbeginn Unabhängigkeit von Wirtschaft und Politik. Stattdessen mischt sich die Weiterlesen »

Grüne Messe in Brandenburg

Vom 1. bis 4. September findet Brandenburgia statt – die größte Messe Brandenburgs. Und die Sondermesse: Ökologia. Denn die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 hat bei den Deutschen offenbar dazu geführt, dass ein echtes Umdenken in Sachen Ökostrom eingesetzt hat. Das lässt zumindest eine repräsentative Umfrage vermuten, die der Weiterlesen »

Muss der Klima-Lügendetektor abschalten?

Screenshot Klima-Lügendetektor

Erst Hiobsbotschaft, dann Hoffnung: Am vergangenen Wochenende kündete der Anti-Greenwashing-Blog klima-luegendetektor.de an, vorerst keine weiteren Klima-Lügen mehr aufzudecken – denn nach dreijähriger Zusammenarbeit mit dem Greenpeace Magazin war die Suche nach einem neuen Partner ergebnislos geblieben. Jetzt rufen die Macher der Website, Toralf Staud und Nick Reimer, ihre Leser dazu auf, das Portal mit monatlich fünf Euro zu unterstützen. Wenn sich bis 1. Oktober tausend Unterstützer finden, fahren die Journalisten ihren Klima-Lügendetektor wieder hoch, sagen sie

enorm: Herr Staud, warum hat das Greenpeace Magazin seine Unterstützung beendet?
Toralf Staud: Wir haben das Projekt seit 2008 zusammen gestemmt und nach dreieinhalb Jahren hier und da unterschiedliche Vorstellungen gehabt. Das Thema Greenwashing ist dem Greenpeace Magazin aber weiterhin wichtig, und wir sind ganz freundschaftlich auseinandergegangen. Weiterlesen »

Presseschau: Kritik am Atomausstieg bis 2022

Den einen geht die Entscheidung nicht weit genug, den anderen ist sie zu endgültig: Die sieben derzeit abgeschalteten Atomkraftwerke bleiben aus, das Gros der Meiler wird bis 2021 abgeschaltet, nur drei AKW bleiben als Reserve noch bis 2022 am Ende. Bis dahin soll die Energiewende vollzogen sein. Ein Meiler soll als Notreserve fungieren, falls im Winter zu wenig Sonne scheint. Die Regierung hat sich mit ihren in der Nacht beschlossenen Plänen eng an die Empfehlungen der kurz nach der Katastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima eingesetzten Ethik-Kommission gehalten. Auch die Brennelemente-Steuer bleibt.

Umweltverbänden und Opposition gehen die Pläne nicht weit genug. Stromkonzern RWE hingegen erwägt, eine Klage einzureichen. Eine kleine Presseschau zum Thema Atomausstieg bis 2022:

Am Wochenende in Elmshorn – die Morgenwelt Nachhaltica

Bereits zum zweiten Mal findet am kommenden Wochenende in Elmshorn bei Hamburg die Morgenwelt Nachhaltica statt. Das Team um die Initiatoren Björn Hansen und Matthias Kirketerp will mit dem Event unter dem Motto “Umwelt Genuss Innovation” wieder informieren über neue Energien, alternative Energiequellen und nachhaltige Stadtplanung.

Weitere Themenfelder sind Bildung und Verkehr – der Verkehrsclub Deutschland (VCD) beispielsweise informiert über umweltschonendes Fahren und wie Verkehrspolitik nachhaltiger gestaltet werden kann. Außerdem dabei: Greenpeace, BUND, Bürgerinitiative Umweltschutz. Um dem Motto “Genuss” gerecht zu werden, stellen eine Reihe gastronomischer Anbieter ihre Produkte aus. Hier laden Stände zu Solarbier zum Bio-Snack, oder zum Zaubertrank zu Steinofenbrot.

Ein Ausflug an den Steindammpark in Elmshorn dürfte auch die Morgenwelt Rocks Bühne wert sein, die mit Muskelkraft betrieben wird.

Das vollständige Programm der Morgenwelt Nachhaltica.

Wie kühlt man 15.000 Heizstrahler?

Wie kühlt man 15.000 Heizstrahler, die auf engstem Raum gewaltige Hitze produzieren? Dieses Äquivalent für „1% Restleistung von Reaktorbrennstäben“ nach der Abschaltung eines AKW ist nur eine der Herausforderungen bei der Lagerungen von Atommüll.

Into Eternity, ein Dokumentarfilm von Michael Madsen (Dänemark 2010, 75 Min.) ist ein Thriller über den weltweit ersten Versuch, nuklearen Abfall für alle Ewigkeit zu verstecken. Es ist ein Ort, der für immer verschlossen bleiben muss, gefährlich und abstoßend. Niemand soll ihn jemals betreten. Doch wie lange wird er sicher sein? Wir nennen ihn Onkalo – Onkalo bedeutet Versteck. Wir bauen ihn, um uns selbst zu schützen. Die Arbeiten an Onkalo haben im 20. Jahrhundert begonnen, als wir Kinder waren und werden im 22. Jahrhundert vollendet sein, lange nach unserem Tod. Für 100.000 Jahre soll hier etwas versteckt werden, was nirgendwo anders versteckt werden kann. Nichts von Menschen je erbautes hat auch nur ein Zehntel dieser Zeitspanne überdauert. Unsere ältesten Bauwerke, die Pyramiden, wurden vor 5.000 Jahren errichtet. Onkalo muss für die Ewigkeit gebaut werden. Into Eternity nimmt die Zuseher mit auf eine Reise in die Tiefe – und in eine ungewisse Zukunft.

Derzeit wird der Film in mehreren Österreichischen Kinos gezeigt. Alle Termine und weitere Infos unter: intoeternity.poool.at

Im Kino: An einem Samstag

Filmplakat "An einem Samstag"

An Samstagen gehen die meisten Menschen entspannten Beschäftigungen nach, so sie nicht arbeiten müssen. Sie schlafen aus, frühstücken, gehen zum Sport und einkaufen, treffen sich mit Freunden oder verbringen die Zeit mit der Familie.

Valerij, der Protagonist in “An einem Samstag” startet seinen Feiertag damit, dass er durch die Nacht rennt, keuchend zur Parteizentrale. Dort treffen sich seine Parteikollegen, um zum Atomkraftwerk zu fahren – Valerij darf nicht mit. Also rennt er dem Wagen hinterher. Als auch er am Meiler ankommt, außer Atem und mit manischem Gesichtsausdruck, schmeißt ihn sein Parteifreund raus. Man ahnt es, Valerij lässt sich nicht leicht abschütteln. Er schleicht sich wieder ein und wird wieder rausgeworfen. Die Partei spielt die Explosion runter, die Bevölkerung soll vorerst nicht informiert werden.

Der schon längst vertrahlte Protagonist fasst also den Plan, mit seiner Freundin zu fliehen. Wieder rennt er. Diesmal, um Vera aus dem Mädchenwohnheim zu holen. Gemeinsam rennen sie zum Zug. Doch zu allem Überfluss bricht Vera der Absatz und sie will sich im Kaufhaus neue Pumps kaufen, schließlich könne sie ohne Schuhe nirgendwohin. Ihren Reisepass hat sie in einem Restaurant, an dem sie am Abend mit Valerijs alter Band auftritt. Auch der muss noch abgeholt werden.

Valerij, mittlerweile mit irrem Gesichtsausdruck lässt sich schließlich dazu hinreißen, sich doch wieder ans Schlagzeug zu setzen, der Abend eskaliert in einem Trink- und Prügelgelage, an dem keiner die auch nicht greifbare Gefahr nach dem Super-GAU wahrhaben will.

Valerij (Anton Shagin) hat das Ausmaß der Katastrophe erkannt © Bavaria Pictures

Regisseur Alexander Mindadze wollte in “An einem Samstag” bewusst auf die menschliche Komponente setzen und die Fakten zu dem Reaktorunfall ausblenden. Er hätte wohl gut daran, weniger Valerij und mehr Tschernobyl ins Bild zu setzen. Der Protagonist mit seinem nur leicht changierenden Gesichtsausdruck, bei dem es schwer auszumachen ist, ob er nun lächelt oder manisch ist, macht es dem Zuschauer bisweilen schwer, der Geschichte zu folgen. Doch immer wieder ziehen einen packende, sehr körperliche Szenen von Hauptdarsteller Anton Shagin in das Geschehen. Ein Film über Tschernobyl zum 25. Jahrestag, der die unsichtbare Gefahr zum Thema hat, das letzte Aufbegehren von Lebenslust im Angesicht des Todes ist nicht falsch. Und über den Tag nach der Katastrophe, einen ganz normalen Samstag, an dem das Leben einfach seinen gewohnten Lauf nahm. Die Menschen wurden erst 36 Stunden nach der Katastrophe evakuiert.

“An einem Samstag” startet morgen in den Kinos.

Text: Catharina Swantje Muuß, Bilder: Bavaria Pictures

Alternative Energien auf der Hannover Messe 2011

Wenn wir über Energie reden, können wir schlecht die Ereignisse der letzten Wochen völlig ausblenden. Fukushima. Plötzlich ist sie wieder brutal aktuell, die Energiedebatte. Welche Technologie ist wie zukunftsfähig und lässt sich auf welchem Weg weiter entwickeln und etablieren?
Von heute an bis zum 8. April findet die Hannover Messe 2011 statt. Ein Mekka der technischen Innovationen. Zentrales Thema ist „Smart Efficiency“ – die Verbindung von Kosten-, Prozess-, und Ressourceneffizienz. Besser dastehen durch weniger Verbrauch. Es drängt sich somit auch unweigerlich die Frage nach der Zukunft unserer Energie auf. Die Veranstalter sprechen von „hochintelligenten Lösungen“ für die Probleme der Zukunft. Gezeigt werden u.a. Neuerungen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Zulieferindustrie (Leichtbau etc.), Kraftwerkstechnologie, Windenergie und Oberflächentechnik.
Im Bereich der Kraftwerksplanung werden unter Anderem Erzeugungstechnologien zur Ergänzung der Erneuerbaren, wie
beispielsweise Hybrid-Kraftwerke (Gasturbine-Brennstoffzelle o.Ä.) vorgestellt. Auch im Mobilitätssektor spielen hybride Antriebssysteme eine große Rolle. Clean Energy Partnership präsentiert Zero Emission Fahrzeuge und Technologien von Opel/GM, Vattenfall, VW und Toyota. Zentral hier ist die Wasserstoff-und Brennstoffzellentechnologie.

Wer einen Selbstversuch mit  dieser Art von emissionsfreiem Antrieb unternehmen möchte, kann die entsprechenden Modelle selbst auf der Messe testen (Ride + Area östlich von Halle 27).

Tickets gibt es ab 25€, ermäßigt 14€.  Geöffnet hat die  Messe von
09:00 – 18:00 Uhr.

Text: Lea Böttger

Die Krux mit der E-Mobilität

Vielleicht ist es die Quadratur des Kreises. Bestimmt ist es eine der größten Aufgaben der neuen Mobilität. Auf jeden Fall ist es eine Krux: Alternative Antriebe machen nur Sinn, wenn dafür Energie aus regenerativen Quellen gespeist wird und sie nahezu so leistungsfähig sind, wie herkömmliche Antriebe. Was nützt der Elektromotor, wenn der Strom dafür aus dem Atomkraftwerk kommt? Wie verlockend ist ein Elektromobil, wenn es nicht mal die Hälfte der Strecke eines Benziners zurücklegt? Selbst Überzeugungstäter werden sich da oft für die doch komfortablere (schnellere) Variante entscheiden.

In Sachen alternative Antriebe gibt es also noch einiges aufzuholen. Dass sie nun nicht allzu ferne Zukunftsmusik ist, ist auch unter Experten mittlerweile unumstritten. Unklar ist jedoch, das Wann und Wie. Fachleute diskutieren unter der Federführung des Clean Energy Projects die Bedingungen, unter denen die neuen Antriebe die herkömmlichen Autos mit Benzin- und Dieselmotor ablösen könnten. „Elektrofahrzeuge können schon heute die Erwartung der Kunden zum größten Teil erfüllen“, hieß es auf der einen Seite. „Solange die E-Fahrzeuge nicht in Mobilitätskonzepte eingebunden oder mit Zusatzantrieben ausgerüstet sind, wird E-Mobilität nie funktionieren“, argumentierten die etwas kritischeren Fachleute.

Immerhin widerlegte Lorenz Köll, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die gemeinhin geäußerte Behauptung, der Bedarf an Strom sei nicht aus regenerativen Energien zu bewältigen: “Wenn wir von heute auf morgen die gesamte deutsche Automobilflotte umstellen würden, benötigten wir etwa 20 Prozent des derzeit erzeugten Stroms. Es ist kein Problem die benötigte Energie aufzubringen – selbst wenn die Fahrzeuge in Zukunft ausschließlich mit grünem Strom fahren.”

Wie halten Sie es? Schon umgestiegen auf Wasserstoff? Lädt das Auto des Nachts an der Steckdose? Sind Abstriche denkbar zugunsten eines umweltfreundlicheren Autos?

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