Posts Tagged ‘Cleantech’

Wie laut können Windparks sein?

Der Telegraph in Großbritannien wollte es genau wissen, wie laut können Windparks sein? Mit einem Dezibelmesser verglichen sie die Lärmbelastung in einem Naturreservat, einer Wohngegend, in der Nähe eines Windparks, an einer Hauptstraße und in Weiterlesen »

Grüner Strom für Afrika

Hauptenergiequelle Feuerholz (Foto: World Future Council/Nathalie Bertrams)

Im nigerianischen Dorf Pigba sterben Frauen und Kinder an Strommangel. Zumindest indirekt. Der Arzt der Krankenstation kämpft mit Krankheiten wie Typhus, die durch schmutziges Wasser verursacht werden. Krankheiten, die vermeidbar sind: Mit einer elektrischen Pumpe könnte sauberes Grundwasser hochgepumpt werden. Wenn es denn Strom gäbe in Pigba. Weiterlesen »

Alternative Antriebe auf der Challenge Bibendum

Gestern haben Bundeskanzlerin Merkel und die Nationale Plattform Elektromobilität ihren Plan für die Förderung von Elektromobilität in Deutschland vorgestellt. Von morgen an stellen auf der Challenge Bibendum, einer der größten Messen für nachhaltige Antriebe, die Automobilhersteller nun ihre Modelle vor, die genau das schaffen sollen – umweltschonende Mobilität, möglichst in Serie. Denn eines ist gestern fast ins Hintertreffen geraten: Die Fahrzeuge, die in nicht einmal zehn Jahren mit einer Zahl von einer Million über unsere Straßen rollen sollen, sind noch längst nicht serienreif. Und bis es soweit ist, wird es wohl noch etwas dauern.

Derzeit gibt es rund 800 Millionen Fahrzeuge weltweit, die Zahl wird sich in Anbetracht der zu erwartenden wachsenden Weltbevölkerung und des Nachziehens der Schwellenländer stetig vergrößern. Und die Krux: Über 98 Prozent dieser Fahrzeuge sind vom Erdöl abhängig. Ein rarer werdender Rohstoff für ein explodierendes Fahrzeugaufkommen – da müssen Lösungen gefunden werden. Doch nicht nur Elektromobilität, auch Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sind Technologien, die weiter entwickelt werden müssen.

Auf der morgen beginnenden Challenge Bibendum stellen mehrere Hersteller und Verkehrsbetriebe 120 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus, davon 20 der Clean Energy Partnership (CEP), darunter der BVG, Volkswagen, Opel und auch Ford und Toyotas.

Auf einer Rallye durch die Region Berlin-Brandenburg müssen 12 batterie-elektrisch betriebene Fahrzeuge auf einer 125 Kilometer langen Strecke ihre Reichweite unter Beweis stellen.

Neben Zukunftstechnologien soll in einer historischen Ausstellung auch anlässlich des 125. Geburtstages des Automobils auch die Geschichte der jüngsten, motorisierten Fortbewegung gezeigt werden. Zum 11. Mail findet die Veranstaltung statt und ist nach Rio de Janeiro und Shanghai nun wieder in Europa. Neu ist, dass die Messe auch an zwei Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich ist, am Samstag findet der Student Day statt, am Sonntag ist Publikumstag.

 

Sonderspuren für Elektrofahrzeuge

Die Nationale Plattform Elektromobilität liefert ihren zweiten Bericht bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ab – die Bundesregierung sagt Förderung für die Forschung zu, bleibt allerdings unter den Empfehlungen der Kommission

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute den zweiten Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität entgegengenommen. Darin empfiehlt die vor einem Jahr ins Leben gerufene Arbeitsgruppe, hauptsächlich bestehend aus Vertretern der Automobilbranche, Energieindustrie und Wissenschaft, infrastrukturelle Vorteile für die Fahrer von Elektromobilen, wie etwa Sonderspuren, Parkplätze mit Ladestationen und steuerliche Vorteile.

Merkel sicherte zu, bis 2013 eine Milliarde Euro Fördermittel bereitzustellen, das entspräche einer Verdopplung der bisherigen Mittel. Außerdem soll die Befreiung von der Kfz-Steuer für private Elektromobile auf 10 Jahre ausgedehnt werden. Um mit „gutem Beispiel“ voranzugehen, soll darüber hinaus der Fuhrpark der Bundesregierung in den kommenden Jahren so aufgestockt beziehungsweise ausgetauscht werden, dass 10 Prozent aus Elektro- und Hybridfahrzeugen bestehen. Merkel sagte weiter, dass der Ausbau der Elektromobilität allerdings nur Sinn ergäbe, wenn der Strom dazu aus regenerativer Energieerzeugung komme.

Bereits am Samstag hatte die Kanzlerin in ihrem Video-Podcast ihren Standpunkt klargemacht: Den Elektroautos gehört die Zukunft. Sie wies jedoch auch auf die Hürden hin, deren Beseitigung zum Erreichen des Ziels, 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen, bis 2020 nötig sei. Auch gab sie zu, dass eine breite Markteinführung noch auf sich warten lassen werde.

Bislang sind auf deutschen Straßen nur wenige Tausend batteriebetriebene Fahrzeuge unterwegs. Um die Ziele zu erreichen und Deutschland zum führenden Entwicklerland zu machen, sind massive Förderungen und Subventionen nötig – ohne staatliche Hilfe könnte die Zielmarke klar verfehlt werden, erklärten Vertreter der Nationalen Plattform Elektromobilität bereits vorab. Der frisch ins Amt berufene Wirtschaftsminister Philip Rösler erteilte Subventionen allerdings eine Absage. Es gehe darum, mit den steuerlichen und infrastrukturellen Vorteilen Anreize zu schaffen, aber keinen neuen Subventionstatbestand.

Der Bericht verspricht neben Vorteilen für die Umwelt auch die Schaffung von gut 30.000 Arbeitsplätzen, die durch den Ausbau in Forschung, Zulieferbetrieben, Ladestationen und Herstellung entstehen. Dafür sollen bis 2015 350 Millionen Euro in die Ausbildung von Fachkräften sowohl an den Hochschulen als auch in der beruflichen Bildung ausgegeben werden.

Eine wie von Grünen-Fraktionschefin Renate Künast geforderte Prämie von 5000 Euro pro gekauftem Elektroauto lehnt die Bundesregierung ab. Stattdessen sollen Kaufanreize über Vergünstigungen bei der Kfz-Steuer geschaffen werden, elektromobile Dienstwagen sollen etwa mit herkömmlichen Fahrzeugen steuerlich gleichgestellt werden.

Umweltverbände kritisierten den Bericht im Vorfeld. Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik beim WWF, sagte, ihre Naturschutzorganisation könne den Bericht nicht mittragen. Die Umweltstiftung WWF, ebenfalls Mitglied der Nationalen Plattform Elektromobilität, bezeichnete den Bericht als „Industriepapier, in dem sich die beteiligten Industriezweige ihren Subventionsbedarf selbst errechnet haben“. Darüber hinaus sei der Entstehungsprozess in weiten Teilen intransparent gewesen. „Die Entstehung dieses Berichts hatte kafkaeske Züge“, so Günther. Vorschläge, die seitens des WWF eingebracht worden, hätten in jeder neuen Berichtsversion wieder gefehlt.

Kritik kam auch von Greenpeace. Die NGO fordert eine Energiewende, das Auto von morgen sei leicht, sparsam und effizient – egal, mit welchem Antrieb, und bat Merkel, den Bericht zurückzuweisen. Die Kanzlerin hingegen betonte, dass es nun vorrangig wichtig gewesen sei, die Interessen von Automobilherstellern und Energieerzeugern unter einen Hut zu bringen. Für die kommenden Jahre ist ein jährlicher Fortschrittsbericht seitens der Plattform an die Bundesregierung geplant, bei dem in Zukunft auch Umweltverbände verstärkt ihre Expertise einbringen sollen.

Am Wochenende in Elmshorn – die Morgenwelt Nachhaltica

Bereits zum zweiten Mal findet am kommenden Wochenende in Elmshorn bei Hamburg die Morgenwelt Nachhaltica statt. Das Team um die Initiatoren Björn Hansen und Matthias Kirketerp will mit dem Event unter dem Motto “Umwelt Genuss Innovation” wieder informieren über neue Energien, alternative Energiequellen und nachhaltige Stadtplanung.

Weitere Themenfelder sind Bildung und Verkehr – der Verkehrsclub Deutschland (VCD) beispielsweise informiert über umweltschonendes Fahren und wie Verkehrspolitik nachhaltiger gestaltet werden kann. Außerdem dabei: Greenpeace, BUND, Bürgerinitiative Umweltschutz. Um dem Motto “Genuss” gerecht zu werden, stellen eine Reihe gastronomischer Anbieter ihre Produkte aus. Hier laden Stände zu Solarbier zum Bio-Snack, oder zum Zaubertrank zu Steinofenbrot.

Ein Ausflug an den Steindammpark in Elmshorn dürfte auch die Morgenwelt Rocks Bühne wert sein, die mit Muskelkraft betrieben wird.

Das vollständige Programm der Morgenwelt Nachhaltica.

Grüner Moloch – der “Train of Ideas”

Wie schafft eine Stadt den Wandel von einstmals rauchenden Schornsteinen zur umweltverträglichen Stadtidylle?

Wie lebt man nachhaltig? Landei oder doch eher eine Großstadtpflanze? In letzterem Begriff sind zumindest schon zwei Säulen der Brundtlandschen Nachhaltigkeitsdefinition vertreten – Ökologie und Ökonomie – Großstadt und Pflanze. Der Volksmund hat hier wohl der Sehnsucht nach der Vereinbarung von natürlichem Leben und den Errungenschaften und Vorteilen der Zivilisation in Form der Stadt Ausdruck gegeben.
Aber geht das? Und vor allem, wie geht das? Der UN-Report zur Besiedlung 2011 bezeichnet Städte als „real battle-ground in the fight against climate change“, sprich: ändert sich nichts in den Städten ist der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten und diese zeichnen verantwortlich für 60-80 % des Energieverbrauchs – die Problematik ist deutlich.
Hamburg ist zur europäischen Umwelthauptstadt 2011 gekürt worden. Und will Vorreiter sein, zeigen, wie es gehen kann. Der „Train of Ideas“ soll entsprechende Inspiration liefern. Die interaktive Ausstellung in sechs Wagons zum Thema Stadt und Nachhaltigkeit startete am 15.04 in Hamburg und wird bis Oktober 2011 in weiteren europäischen Städten halt machen, u.a. noch München, Wien und Zürich.

Bereits umgesetzte aber auch geplante Projekte in Hamburg, sowie in anderen europäischen Großstädten werdenvorgestellt. Interaktive Spielereien animieren zum Selbstcheck: welches Menü emittiert wieviel CO2, ist mein Mobilitätsverhalten schon optimal oder mein Energiekonsum? Klimasünder oder Nachhaltigkeitsidol? Man kann sich aber auch einfach nur informieren – oder seine eigene optimale Stadt planen, Wünsche äußern, kommentieren. Kinder genießen die Ausstellung und äußern verschriftlicht auf Klötzen Wünsche elterlichen Ursprungs wie: „kein DB Böasengang“, “keine haltbare Milch mehr” oder auch “TV/PC mit Radantrieb”.
Was glauben Sie? Wie nachhaltig kann man in einer Stadt leben? Und wie viel Engagement braucht es dafür vom Bürger?

Text: Lea K. Böttger, Fotos: Sabine Vielmo / Wolfgang Huppertz

Alternative Energien auf der Hannover Messe 2011

Wenn wir über Energie reden, können wir schlecht die Ereignisse der letzten Wochen völlig ausblenden. Fukushima. Plötzlich ist sie wieder brutal aktuell, die Energiedebatte. Welche Technologie ist wie zukunftsfähig und lässt sich auf welchem Weg weiter entwickeln und etablieren?
Von heute an bis zum 8. April findet die Hannover Messe 2011 statt. Ein Mekka der technischen Innovationen. Zentrales Thema ist „Smart Efficiency“ – die Verbindung von Kosten-, Prozess-, und Ressourceneffizienz. Besser dastehen durch weniger Verbrauch. Es drängt sich somit auch unweigerlich die Frage nach der Zukunft unserer Energie auf. Die Veranstalter sprechen von „hochintelligenten Lösungen“ für die Probleme der Zukunft. Gezeigt werden u.a. Neuerungen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Zulieferindustrie (Leichtbau etc.), Kraftwerkstechnologie, Windenergie und Oberflächentechnik.
Im Bereich der Kraftwerksplanung werden unter Anderem Erzeugungstechnologien zur Ergänzung der Erneuerbaren, wie
beispielsweise Hybrid-Kraftwerke (Gasturbine-Brennstoffzelle o.Ä.) vorgestellt. Auch im Mobilitätssektor spielen hybride Antriebssysteme eine große Rolle. Clean Energy Partnership präsentiert Zero Emission Fahrzeuge und Technologien von Opel/GM, Vattenfall, VW und Toyota. Zentral hier ist die Wasserstoff-und Brennstoffzellentechnologie.

Wer einen Selbstversuch mit  dieser Art von emissionsfreiem Antrieb unternehmen möchte, kann die entsprechenden Modelle selbst auf der Messe testen (Ride + Area östlich von Halle 27).

Tickets gibt es ab 25€, ermäßigt 14€.  Geöffnet hat die  Messe von
09:00 – 18:00 Uhr.

Text: Lea Böttger

Die Krux mit der E-Mobilität

Vielleicht ist es die Quadratur des Kreises. Bestimmt ist es eine der größten Aufgaben der neuen Mobilität. Auf jeden Fall ist es eine Krux: Alternative Antriebe machen nur Sinn, wenn dafür Energie aus regenerativen Quellen gespeist wird und sie nahezu so leistungsfähig sind, wie herkömmliche Antriebe. Was nützt der Elektromotor, wenn der Strom dafür aus dem Atomkraftwerk kommt? Wie verlockend ist ein Elektromobil, wenn es nicht mal die Hälfte der Strecke eines Benziners zurücklegt? Selbst Überzeugungstäter werden sich da oft für die doch komfortablere (schnellere) Variante entscheiden.

In Sachen alternative Antriebe gibt es also noch einiges aufzuholen. Dass sie nun nicht allzu ferne Zukunftsmusik ist, ist auch unter Experten mittlerweile unumstritten. Unklar ist jedoch, das Wann und Wie. Fachleute diskutieren unter der Federführung des Clean Energy Projects die Bedingungen, unter denen die neuen Antriebe die herkömmlichen Autos mit Benzin- und Dieselmotor ablösen könnten. „Elektrofahrzeuge können schon heute die Erwartung der Kunden zum größten Teil erfüllen“, hieß es auf der einen Seite. „Solange die E-Fahrzeuge nicht in Mobilitätskonzepte eingebunden oder mit Zusatzantrieben ausgerüstet sind, wird E-Mobilität nie funktionieren“, argumentierten die etwas kritischeren Fachleute.

Immerhin widerlegte Lorenz Köll, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die gemeinhin geäußerte Behauptung, der Bedarf an Strom sei nicht aus regenerativen Energien zu bewältigen: “Wenn wir von heute auf morgen die gesamte deutsche Automobilflotte umstellen würden, benötigten wir etwa 20 Prozent des derzeit erzeugten Stroms. Es ist kein Problem die benötigte Energie aufzubringen – selbst wenn die Fahrzeuge in Zukunft ausschließlich mit grünem Strom fahren.”

Wie halten Sie es? Schon umgestiegen auf Wasserstoff? Lädt das Auto des Nachts an der Steckdose? Sind Abstriche denkbar zugunsten eines umweltfreundlicheren Autos?

Cradle to Cradle bei den Morgenwelt Keynotes

In dieser Folge erklärt Oliver Widmann, Mitarbeiter von Prof. Dr. Michael Braungart, über das Prinzip Cradle to Cradle. Oliver Widmann wurde 1971 in Waiblingen geboren. Er ist Diplom Betriebswirt und studierte an der Hochschule für Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht in Pforzheim. Oliver Widmann ist Dozent für Betriebswirtschaftslehre, Marketing, Organisation und Personalpolitik an der Akademie JAK in Hamburg. Seit 1997 ist er Unternehmensberater, Cradle to Cradle® Consultant, Marketingmanager, Projektmanager, CSR, Interior Manager und Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements & Corporate Social Responsibility.
Oliver Widmann ist Mitarbeiter von Prof. Dr. Michael Braungart und spricht über das Prinzip “Cradle to cradle”.
“Cradle to cradle” ist ein Modell für industrielle Prozesse, in dem alle Materialien in geschlossenen biologischen oder technischen Kreisläufen fließen. “Abfälle” existieren in diesem Sinne nicht, d.h. “Abfall” ist – wie in der Natur – gleichbedeutend mit “Nahrung”.

Björn Hansen von Morgenwelt – Auftakt der Keynotes

In den kommenden Wochen werden wir hier auf dem enorm-Blog immer mal wieder Videos von der Morgenwelt Keynotes zeigen. Moderiert übrigens von unserem stellvertretenden enorm-Chefredakteur Marc Winkelmann. Viel Spaß beim Anschauen! Den Auftakt macht Morgenwelt GmbH-Geschäftsführer Björn Hansen. Hier gibt es Bilder der Morgenwelt Keynotes.

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