Posts Tagged ‘green fashion’

Shirts für den Kompost: Die Cradle-to-Cradle-Kollektion von Trigema

Screenshot von Trigema.de

Als einer der ersten Textilhersteller führt die deutsche Firma Trigema mit Change eine Cradle-to-Cradle Lifestylekollektion ein – ein erster Shop in Berlin soll bald folgen

Herr Grupp, sie haben kürzlich die weltweit erste Cradle-to-Cradle Kollektion bei Trigema eingeführt.
Change ist unsere erste Lifestyle Kollektion, seit vier Jahren haben wir schon eine sportliche Kollektion auf dem Markt. Um etwas auszuholen: Auch im Automobilbereich und bei den Stromversorgern kommen Alternativen auf uns zu. Beim Elektroauto gab es erst einen Prototyp, der wird getestet und wenn es soweit ist, dann kann man ins Design gehen. Und genau das ist

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Ist Chemie die neue Jute?

 

Ist ein Nylonstrumpf nachhaltiger als Biobaumwolle? (Foto: How can I recycle this)

Nachhaltigkeit unterscheidet sich von Branche zu Branche offenbar sehr. Was in der Lebensmittelindustrie – mal mehr mal weniger gut – funktioniert, ist nicht einfach so auf die Textilbranche übertragbar. Das Zertifizieren zum Beispiel, oder die Transparenz über Herkunft und Zusammensetzung. Oder eine erschwingliche Weiterlesen »

Interview mit Summer Rayne Oakes Teil 2: “An sich ist Mode nichts”

Im ersten Teil des Interviews hat uns Ökomodel Summer Rayne Oakes etwas über ihren eigenen Stil und ihre Leidenschaft, die Entymologie, Insektenkunde, verraten. Im zweiten Teil spricht sie ihre Arbeit als Beraterin, ihre neue Internetplattform und warum sie Greenwashing nicht schlimm findet

Summer Rayne Oakes (l.) auf der Thekey.to Modemesse mit enorm-Mitarbeiterin Catharina Muuß

Sie sind nicht nur Model und Aushängeschild vieler Firmen, sie haben auch eine eigene Beratungsfirma.
Das Wichtigste ist mir, dass ich mir meine Kunden selbst aussuchen kann. Meist berate ich die Firmen, deren Gesicht oder Botschafter ich bin. Das ist das ganze Paket. Ich habe sehr unterschiedliche Kunden, und unterstütze zum Beispiel die Yale Universität bei deren Klimaschutz-Programmen. Aber ich muss mittlerweile Abstriche machen, alles andere lässt meine Zeit nicht mehr zu. Derzeit berate ich Payless shoes und portico home & spa. Und kürzlich habe ich für die italienische Firma Moto eine Brillenkollektion aus Recyclingmaterialien entworfen.

Einer Ihrer Kunden ist auch Tommy Hilfiger, zumindest in Deutschland sind die nicht wirklich für ihre sozialen und ökologischen Werte bekannt.
Ich wurde gebucht, um vor dem international board of advisors sprechen. Sie hatten das Bedürfnis, erst intern an besseren sozialen und ökologischen Bedingungen zu arbeiten und das dann vielleicht auch extern auszuweiten. Das sehe ich bei vielen Marken: Erst intern alles auf Linie bringen, dazu gehören Weiterlesen »

#4925 – Alles beim Alten, alles Neu

In meinen Händen liegen kleine, farbige Schnipsel. Hätte nie gedacht, dass mich solch mickrige Lederfussel mal so begeistern werden. Aber sie sind weit gereist und die sehnlichst erhoffte Antwort auf meine einjährige Suche danach.

Ein ökologisch gegerbtes Leder, in satten Farben, die nicht sofort ausbleichen und für hochwertig langlebige Schuhe und Taschen verarbeitet werden können. Eine Verheissung, die nun ausprobiert wird.

Überbracht hat mir diese daumennagelgroßen Fetzen mein neuer Geschäftspartner, Noel, frisch aus Portugal, von seiner Produktion. Offenbar hat er dort mehr Glück als ich und hat einen Schuhproduzenten gefunden, der nach hessnatur Standard arbeiten kann.

Noel entwickelt dort seine erste eigene handgemachte Schuhkollektion „ekn footwear“ und hat letzte Woche seine ersten Musterschuhe dort abgeholt. Ich glaub, das wird was. Die sehen nicht nur hammer aus, es sind auch die mit am hochwertigsten und ökorrektesten Schuhe auf dem Markt. Nicht nur deshalb macht es Sinn, dass wir zusammenarbeiten und unsere Fähigkeiten ergänzen. Wir haben einfach dieselbe Vision und die gleiche Leidenschaft wenn es um die Produktion von schönen und ökologisch korrekten Produkten geht.

Nun, ein neuer Partner, ein neues Corporate Identity. Auch das wird gerade überarbeitet. Ich weiß, ich sollte mich damit auskennen und ein Logo entwickeln können, das nicht nach einem Jahr wieder verworfen wird. Aber so ist es. Das Alte ist alt. Das Neue wird es besser machen. Die ganze Last meines Vertrauens liegt nun auf den Schultern von Katharina, der Grafikdesignerin die das aushält und in Kreativität übersetzt.

Kurz vor der Markenanmeldung war ich dann doch ganz froh, den entscheidenen Impuls zur Grunderneuerung von Noel bekommen zu haben, allein um die Erkenntnisse der letzten Zeit einfließen lassen zu können. Für andere eine Identität klar aufzuzeigen ist mein Job, aber für meine eigene zu sorgen ist mehr als das. Extrem schwierig. Langwierig. Und unsicher.

Aber wenn etwas sicher ist, dann mein Gespür für richtig gute Schuhe. Geradezu unumstösslich sicher, kein Zweifel. Mein Gefühl macht ne klare Ansage: Ja, das sind sie! Das wird meine Kollektion! Die Illustrationen für die erste #4925 Schuhlinie sind fertig. Lilith, die Designerin, hat einen fantastischen Job gemacht und ich kann es kaum erwarten die Illus nach Porto zu schicken und mit dem selben Gesicht wie Noel den Musterkarton aufzumachen. Zufrieden und tiefenentspannt glücklich.

Und wenn ich mir jetzt noch vorstelle, das die Taschen, die gerade aus der Musterproduktion von „Burcu“ kommen, auch in dem selben Leder, mit der selben hochwertigen Produktion gefertigt werden, mit dem neuen Logo drauf und in Kombination mit den Schuhen, dann…

Dann ist so gut wie alles anders, völlig anders als noch vor wenigen Monaten für mich vorstellbar. Aber das ist ja nichts neues bei mir. Das kenn ich schon. Irgendwie anfangen eine Idee zu spinnen und dann solange verwerfen bis sie passt. Nur diesmal ist es die eigene Unternehmung und ich bin es, die wegschmeißen und neu anfangen muss, kein Kunde der beraten werden wollte. Ich bin der Unternehmer und ich muss entscheiden.

Nachdem ich lange echte Hochachtung und Respekt für alle Produkt- und Markenentwickler die ich kenne, gezollt habe, bin ich nun dabei, echten Spaß und Befriedigung aus dieser Eigenständigkeit zu ziehen. Und, mit den richtigen Partnern kann man wunderbar Dinge verwerfen und neu gestalten.

 

Eben so lange, bis es passt. Auf das alles so bleibt wie es ist!

 

#4925 – Immer schön in Bewegung bleiben

Warum bereitet mir dieser Eintrag wohl solche Freude? Freude ist ja geradezu untertrieben. Besser pures Vergnügen gepaart mit Sehnsucht und ungeduldiger Aufregung. Bestimmt weil ich eine Frau bin. Eine Geschäftsfrau genauer gesagt.

FOR NINE TO FIVE wird in naher Zukunft auch Schuhe aus nachhaltiger Produktion mit natürlich gegerbten Leder entwickeln. Schuhe, die nicht nur verdammt schick aussehen, sondern in denen wir den ganzen Tag all die Dinge erledigen können, Weiterlesen »

H&M bringt “Waste” in die Läden

Nach der Garden Collection und geschätzten zehn Teilen aus Öko-Baumwolle pro Vierteljahr schwingt sich Textilriese H&M auf, die nächste Problematik anzugehen: Waste, zu deutsch: Müll.

H&M wirbt mit Nachhaltigkeit

Screenshot H&M Website Februar 2011

Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der schwedische Modekonzern alle unverkauften Kleidungsstücke in New York einfach in den Müll schmiss, reagierte H&M nun auf das PR-Desaster. Nicht der einzige Fail des Modemultis, wenn man den Artikel über die Preispolitik eines weißen H&M T-Shirts in der ZEIT beachtet.

Allein: Pro Jahr werden insgesamt 12,7 Millionen Tonnen Müll produziert – nur mit Textilien. Ein verschwindend geringer Teil davon wandert in Second Hand Geschäfte.

Nun will H&M aus den nicht verkauften Kleidungsstücken neue Kleidung designen. Treffender Name der Kollektion: Waste. 10 Teile umfasst die Waste-Kollektion und ist seit einigen Tagen online und in den Shops zu kaufen. Passend dazu fährt H&M auf seiner Website eine große Nachhaltigkeits-Kampagne und weist auf den Gebrauch von Bio-Baumwolle, recyceltem Polyester und Bio-Leinen hin. Mehr Infos zur H&M-Kampagne und recycelter Kleidung beim Guardian.

#4925 – Berlin, dein Modezauber

Sandra Schittkowski von “FOR NINE TO FIVE” war auf der Fashion Week in Berlin. Lest hier von ihren Eindrücken, Erfahrungen und Hoffnungen für die kommenden Berliner Modewochen:

“Ich bin vor ein paar Tagen von der Fashion Week in Berlin zurück gekommen. Um jetzt und hier die wohl dringlichste Frage zu beantworten – „Wie wars???“ Weiterlesen »

#4925 – Mustertasche sucht Probeträger

“Die Produktion des Prototypen ist in vollem Gange. Regelmäßig werden Zertifikate, Informationen zu „biologisch abbaubarem“ Leder, Farbmusterkarten oder Zuliefererdaten zwischen Porto und Hamburg hin und her geschickt. Ich vermute das Material zu besorgen und die Suche nach dem besten Bedingungen, dauert fast länger als die Tasche zu nähen. Nein, ich weiß, das es länger dauert. Das ist die wirklich harte Arbeit, wenn es etwas Eigenes sein soll und keine Kopie von dem was man schon kennt und über Jahre hinweg genauso gemacht hat. Aber Ricki, mein Agent, ist ganz zuversichtlich, fast euphorisch, das es Mitte Januar ein erstes Muster geben wird.

Das Logo von "For Nine To Five"

In der Zwischenzeit frag ich mich: Was kommt als nächstes, was ist der nächste wichtige Schritt? Ich bin gedanklich schon auf der Fashion Week, im Januar in Berlin. Ich freue mich besonders auf den green fashion event thekey.to“, auf die neuen Labels und auf die alten Bekannten. Wie gern wär ich endlich auch dabei, auf der anderen Seite der Gänge, mit einem eigenem Stand. Dann würde ich ganz aufgeregt da stehen und warten bis irgendjemand meine Tasche näher betrachtet und ich erfahre wie sie gefällt. Diesen Moment erwarte ich schon mit großer Spannung.

Obwohl ich schon einige Erfahrungen mit selbstnachgefragter Kritik gemacht habe. Es ist toll. Unbeschreiblich aufregend und unglaublich ermutigend. Ich habe bestimmt all meine Freunde und deren Bekanntschaft eingeladen ihre Meinung abzugeben. Einfach so, weil es mir wichtig ist, zu hören was andere über meine Tasche denken.

Taschen sind genauer betrachtet dann doch mehr als nur eine Tasche. Und, wenn man etwas nachfragt, müssen sie auch noch unzähligen Vorstellungen gerecht werden. Kein Wunder das Frau besser eine Tasche mehr als zuwenig hat, keine kann alles.

Was mich aber am meisten bewegt hat, war das unverhofft ausführliche Feedback. Richtig engagiert und detailverliebt. Kein übliches „Ja, nett…“ sondern mit vielen Anregungen und neuen Gedanken. Fast als ob sie das mal los werden wollten. Diese Wertschätzung und die Zeit die sie sich genommen haben, um sich mit einer Idee von einer Tasche zu beschäftigen, das hat mich wirklich beeindruckt.

Danach war mir schnell klar, das will ich ausweiten. Nicht nur mein engstes Umfeld will gefragt und involviert werden, sondern ein größerer Kreis muss her. Mittlerweile gibt es eine Gruppe auf facebook, die sich dafür wunderbar eignet. Ob Logo, Markenname, Farbe oder Material, alles wird bewertet.

Und das ist der wirklich spannende nächste Schritt: die 10 Mustertaschen.
Es wird keine klassische erste Kollektion geben, sondern eine Musterkollektion zum Probetragen. Kein Boutiqueverkauf, kein Presserummel, nur eine Bedingung. Feedback.
Ich werde 10 Taschen produzieren und ausschließlich an Menschen geben, die bereit sind über ihre Erfahrungen und Bedürfnisse zu berichten. Nicht weil ich so gern zuhöre, sondern um all die Erkenntnisse in die Produktion der „Alleskönnertasche“ einfließen zu lassen. Erst wenn alle Entscheidungen zig mal gegengeprüft wurden, erst dann wird es die erste offizielle Kollektion geben.

Diese Tasche soll nicht nur mir gefallen, vor allem soll sie der Trägerin gefallen. Und um das auch für alle weiteren Kollektionen sicher zu stellen, wird es ein immer fortlaufender Prozess bleiben.
Zudem interessiert mich brennend, ob Produkte wirklich besser verkauft werden, wenn Hersteller die Bedürfnisse Ihrer Kunden in den Mittelpunkt stellen. Ich denke das interessiert noch einige andere Unternehmen, den sonst wäre der Run auf Social Media Marketing nicht nachvollziehbar.
Ich finde es fantastisch zu sehen, das die Meinung der Konsumenten wieder eine tragende Rolle in der Herstellung von Produkten bekommt. Und wer es ebenfalls fantastisch findet, diese Möglichkeit auf Meinungsäußerung zu nutzen, der möchte sich doch bitte bei mir melden und meine Mustertasche Probetragen. Oder einem Bekannten davon erzählen ;)

Text: Sandra Schittkowski von “For Nine To Five”

Faire Geschenke zu Weihnachten

Klar, fair einkaufen ist mittlerweile keine Kunst mehr. Man muss nicht mehr zwangsläufig in den Eine-Welt-Laden laufen, sondern kann selbst im Discounter um die Ecke Fair Trade Kaffee aus Äthiopien, Bio Tomaten aus Holland und teilweise sogar öko-zertifizierte Baumwollshirts erstehen.

Wer auch zu Weihnachten nicht auf den Einkauf mit dem guten Gewissen verzichten will, muss nur Weiterlesen »

#4925 – Fashion forward oder Business unusual

Sandra Schittkowski hat eine Vision. Von der richtigen Tasche und vor allem davon, wie sie produziert werden soll. Auf dem enorm-Blog wird sie nun regelmäßig davon erzählen, wie sie auf die Idee für “FOR NINE TO FIVE” kam, welche Hürden sie zu meistern hat und wie das Feedback ausfällt. Wir freuen uns auf ihre regelmäßigen Beiträge!

“Genau ein Jahr ist es jetzt her. Ein Jahr, seit ich an meiner Vision von einem eigenen Ecofashion Label arbeite. Ich möchte eine Tasche für Frauen entwickeln, die, genau wie ich, viel unterwegs sind und ihren anspruchsvollen Job lieben. Eine Businesstasche die die Herausforderungen des Berufsalltags trägt und gleichzeitig unsere Sehnsucht nach individuellen und schönen Dingen befriedigt. Ein kleiner Luxus den wir uns gönnen, inklusive dem guten Gewissen das diese Tasche kein schnelllebiges, billig produziertes Modeaccessoire ist.

Ich glaube fest daran das die Zeit gekommen ist, in der viele nach korrekten und fair produzierten Produkten suchen. Auch ich möchte diese Tasche haben, nach dem ich jahrelang mein Geld für immer neue schicke Taschen ausgegeben habe, von denen bis heute keine überlebt hat.

Ich habe meine neue Tasche einfach selbst entworfen, irgendwo zwischen Samsonite, The North Face und Bottega Veneta. Funktional, robust, unglaublich schön und mit beneidenswerter Handarbeit hergestellt. Nur erschwinglicher und nachhaltiger sollte sie sein.

Heute, ein Jahr später, gibt es ein Label, eine Facebook Gruppe, einen Prototyp, zahlreiche Illustrationen und ne Menge mehr Erfahrung im Umfeld von nachhaltig produzierenden Unternehmen. Es gibt kaum welche, jedenfalls in Deutschland.

Deshalb trägt mich meine Reise nach Portugal. Obwohl ich viel lieber regional, hier in Deutschland produziert hätte. Ich weiß aber auch, das es verbindliche Richtlinien für ganz Europa gibt, die unterscheiden sich nicht von den deutschen. Nur das Know-How, die Offenheit gegenüber jungen Labels und kleinen Musterproduktionen, die liegt eher in Portugal, Italien und in Osteuropa.

Ich werde ab heute regelmäßig über meine Reise durch die nachhaltig produzierenden Unternehmen berichten, so lange bis ich meine eigene neue Business Bag Kollektion auf den Markt bringen kann. Ich möchte meine Erlebnisse, all die inspirierenden Momente und auch die heftigen Herausforderungen mit euch teilen, in der Hoffnung eines Tages mein Laptop in meiner eigenen, fair produzierten, extrem schicken Tasche durch die Gegend zu tragen.

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