Posts Tagged ‘Klimawandel’

Die Weltverbesserer-App

Fleischkonsum: Wie kann ich mit einfachen Kniffen die Umwelt schonen? (Foto: AlbertCahalan)

Ein nachhaltiger Lebensstil. Das schreit für viele sicher immer noch nach Grünkernbratlingen, Jutebeuteln und kratzigen Wollpullis. Kurzum: Verzicht, Anstrengung, irgendwie unangenehm. Aber die missglückten Klimakonferenzen, die Müllberge überall auf der Welt und die immer wieder erschreckenden Nachrichten rund um Energie und Brennstoffe machen deutlich, dass irgendetwas passieren muss – am Besten bei jedem Einzelnen, lieber gestern als heute.
Doch wie erreicht man in der Welt 2.0 jeden Einzelnen? Richtig, via sozialer Medien. Genau um diesen Weiterlesen »

Organic Disco in Darmstadt

Am 9. September findet in Darmstadt wieder die Organic Disco statt. Klimaneutral feiern in der Darmstädter Centralstation. Wie auf jeder guten Party, steht die Tanzfläche im Mittelpunkt. Bei der Organic Disco allerdings ist sie etwas besonderes: Der Tanzboden erzeugt Strom; wird auf ihm getanzt, bringt Weiterlesen »

Der Öko-Strom-Rechner der Klimaschützer

Screenshot Die Klimaschützer

Weniger Müll produzieren, öfter mal das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und zu Öko-Strom wechseln. Mit diesen, doch recht simplen, Maßnahmen könnte jeder schon einiges für die Umwelt und das Klima tun. Der Wechsel von einem Stromanbieter zum anderen ist heutzutage vergleichbar einfach, die Ummeldung nimmt meist der neue Anbieter vor. Damit man den für sich richtigen Tarif findet, bieten Die Klimaschützer einen Öko-Strom-Rechner an. Der Link zu den Klimaschützern steht ab heute auch in unserer Linkliste!

Grüne Messe in Brandenburg

Vom 1. bis 4. September findet Brandenburgia statt – die größte Messe Brandenburgs. Und die Sondermesse: Ökologia. Denn die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 hat bei den Deutschen offenbar dazu geführt, dass ein echtes Umdenken in Sachen Ökostrom eingesetzt hat. Das lässt zumindest eine repräsentative Umfrage vermuten, die der Weiterlesen »

Am Hungertuch – interaktive Weltkarte

Screenshot Oxfam

Bei dem Wort Hungersnot denkt man zur Zeit unweigerlich an Somalia. Doch auch in anderen Ländern leiden Menschen Hunger. Welche Regionen am stärksten betroffen sind und warum, diese Fragen beantwortet nun  Weiterlesen »

Wie laut können Windparks sein?

Der Telegraph in Großbritannien wollte es genau wissen, wie laut können Windparks sein? Mit einem Dezibelmesser verglichen sie die Lärmbelastung in einem Naturreservat, einer Wohngegend, in der Nähe eines Windparks, an einer Hauptstraße und in Weiterlesen »

Puma läuft voran

Pumas FAAS 300 Jamaica Laufschuh kostet 100 Euro. Pumas Wasserverbrauch rund 47 Millionen. Die Luftverschmutzung schlägt noch mal mit etwa der gleichen Summe zu Buche. Insgesamt kommt Puma so auf eine Summe von 94,7 Millionen Euro.

So lautet das Ergebnis der Ökobilanz, die der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach zum ersten Mal aufgestellt hat. Gemeinsam mit der Unternehmensberatung PriceWaterhouseCooper und der Umweltberatung Trucost hat Puma die Summe errechnet, die sich an Umweltverschmutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, inklusive Zulieferern, ergibt. Das Unternehmen ist damit Vorreiter in Sachen Offenlegung der ökologischen Schäden, die es anrichtet.

Manfred Santen von Greenpeace sagte, das Engagement von Puma gehe in die richtige Richtung: „Die Textil- und Sportartikelindustrie gibt sich Mühe. Ob das Greenwashing ist, ist schwer zu sagen, aber man muss es ernst nehmen.“ Auch der Umweltpolitik-Professor Dr. Ulrich Scheele der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg bewertet die Ökobilanz des fränkischen Sportartikelherstellers positiv: „ Wenn es Umwelt und Wissenschaft nützt, ist egal, aus welchen Gründen das passiert, es gibt 30 DAX Unternehmen, die so etwas nicht machen.“

Im Herbst sollen die Zahlen um den Anteil komplettiert werden, die der Konzern an Smog, Abfall und Flächenverbrauch hat. Im kommenden Jahr wird der Bericht um soziale Standards erweitert, wie etwa faire Löhne und Arbeitsbedingungen. Puma Chef Jochen Zeitz sieht seinen Konzern als Vorreiter und hofft auf viele Nachahmer, einige Unternehmen hätten bereits Interesse an den Ergebnissen angemeldet, auch, dass damit das Image von Puma aufpoliert werden soll, daraus macht Zeitz keinen Hehl. Umweltverbände bleiben gelassen.

Ziel ist es, die Zahlen mit Pumas ökonomischem Nutzen zu verrechnen. Aus der Gegenrechnung der negativen Seiten mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, Steuerzahlungen und wohltätigen Initiativen, soll sich so ein neues ökonomisches Gesamtbild des Konzerns bilden. Und es macht den Begriff Nachhaltigkeit und wie Unternehmen dies sinnvoll in ihre Jahresbilanz einbeziehen können, greifbar.

Puma will die Ergebnisse der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung dafür nutzen, in Zukunft den Verbrauch von Wasser und Rohstoffen zu senken und Abfall zu vermeiden. Dafür ist es notwendig, dass das Unternehmen vor allem auch auf seine Zulieferer einwirkt, denn die machen den Großteil der Negativ-Rechnung aus, nur gut sieben Millionen entfallen auf Puma selbst. Eine schwierige Aufgabe: „ Es ist eine große Herausforderung, wie man Einfluss auf die Vorlieferanten nehmen kann, um die Ergebnisse umzusetzen“, so Scheele.

„Die Unternehmen müssen aktiv werden“, so Dr. Frauke Fischer, Umwelt-Dozentin an der Uni Würzburg. „Puma exponiert sich in sehr großem Maße, das ist als durchaus positiv zu beurteilen. Denn noch ist eine derartige Ökobilanz nichts, was sich die Unternehmen freiwillig ans Bein binden müssten“, so die Expertin für Biodiversität. In einem Punkt jedoch geht ihr die Ökobilanz noch nicht weit genug: „Selbst wenn die Rechnung um Smog, Abfall und Flächenverbrauch erweitert wird, fehlt noch der Aspekt der Biodiversität. Experten weltweit sind sich jedoch einig, dass der Rückgang der biologischen Vielfalt ein noch viel größeres Problem darstellt als der Klimawandel, und dass der Rückgang den Klimawandel noch weiter vorantreibt.“ Standards für die Berechnung, den Wert, den diese Schäden an der Umwelt verursachen, gibt es freilich noch nicht: „Wasser hat überall auf der Welt beispielsweise einen anderen Wert“, so Fischer, „In Mali ist es wertvoller als beispielsweise in Deutschland, das hängt mit der Knappheit zusammen. Das Ei des Kolumbus gibt es da noch nicht, aber da muss offengelegt werden, anhand von welchen Werten die Berechnungen zustande gekommen sind.“

Klicken Sie hier für die gesamte Ökobilanz von Puma online

Text: Catharina Swantje Muuß

 

Grüner Moloch – der “Train of Ideas”

Wie schafft eine Stadt den Wandel von einstmals rauchenden Schornsteinen zur umweltverträglichen Stadtidylle?

Wie lebt man nachhaltig? Landei oder doch eher eine Großstadtpflanze? In letzterem Begriff sind zumindest schon zwei Säulen der Brundtlandschen Nachhaltigkeitsdefinition vertreten – Ökologie und Ökonomie – Großstadt und Pflanze. Der Volksmund hat hier wohl der Sehnsucht nach der Vereinbarung von natürlichem Leben und den Errungenschaften und Vorteilen der Zivilisation in Form der Stadt Ausdruck gegeben.
Aber geht das? Und vor allem, wie geht das? Der UN-Report zur Besiedlung 2011 bezeichnet Städte als „real battle-ground in the fight against climate change“, sprich: ändert sich nichts in den Städten ist der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten und diese zeichnen verantwortlich für 60-80 % des Energieverbrauchs – die Problematik ist deutlich.
Hamburg ist zur europäischen Umwelthauptstadt 2011 gekürt worden. Und will Vorreiter sein, zeigen, wie es gehen kann. Der „Train of Ideas“ soll entsprechende Inspiration liefern. Die interaktive Ausstellung in sechs Wagons zum Thema Stadt und Nachhaltigkeit startete am 15.04 in Hamburg und wird bis Oktober 2011 in weiteren europäischen Städten halt machen, u.a. noch München, Wien und Zürich.

Bereits umgesetzte aber auch geplante Projekte in Hamburg, sowie in anderen europäischen Großstädten werdenvorgestellt. Interaktive Spielereien animieren zum Selbstcheck: welches Menü emittiert wieviel CO2, ist mein Mobilitätsverhalten schon optimal oder mein Energiekonsum? Klimasünder oder Nachhaltigkeitsidol? Man kann sich aber auch einfach nur informieren – oder seine eigene optimale Stadt planen, Wünsche äußern, kommentieren. Kinder genießen die Ausstellung und äußern verschriftlicht auf Klötzen Wünsche elterlichen Ursprungs wie: „kein DB Böasengang“, “keine haltbare Milch mehr” oder auch “TV/PC mit Radantrieb”.
Was glauben Sie? Wie nachhaltig kann man in einer Stadt leben? Und wie viel Engagement braucht es dafür vom Bürger?

Text: Lea K. Böttger, Fotos: Sabine Vielmo / Wolfgang Huppertz

Die Krux mit der E-Mobilität

Vielleicht ist es die Quadratur des Kreises. Bestimmt ist es eine der größten Aufgaben der neuen Mobilität. Auf jeden Fall ist es eine Krux: Alternative Antriebe machen nur Sinn, wenn dafür Energie aus regenerativen Quellen gespeist wird und sie nahezu so leistungsfähig sind, wie herkömmliche Antriebe. Was nützt der Elektromotor, wenn der Strom dafür aus dem Atomkraftwerk kommt? Wie verlockend ist ein Elektromobil, wenn es nicht mal die Hälfte der Strecke eines Benziners zurücklegt? Selbst Überzeugungstäter werden sich da oft für die doch komfortablere (schnellere) Variante entscheiden.

In Sachen alternative Antriebe gibt es also noch einiges aufzuholen. Dass sie nun nicht allzu ferne Zukunftsmusik ist, ist auch unter Experten mittlerweile unumstritten. Unklar ist jedoch, das Wann und Wie. Fachleute diskutieren unter der Federführung des Clean Energy Projects die Bedingungen, unter denen die neuen Antriebe die herkömmlichen Autos mit Benzin- und Dieselmotor ablösen könnten. „Elektrofahrzeuge können schon heute die Erwartung der Kunden zum größten Teil erfüllen“, hieß es auf der einen Seite. „Solange die E-Fahrzeuge nicht in Mobilitätskonzepte eingebunden oder mit Zusatzantrieben ausgerüstet sind, wird E-Mobilität nie funktionieren“, argumentierten die etwas kritischeren Fachleute.

Immerhin widerlegte Lorenz Köll, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die gemeinhin geäußerte Behauptung, der Bedarf an Strom sei nicht aus regenerativen Energien zu bewältigen: “Wenn wir von heute auf morgen die gesamte deutsche Automobilflotte umstellen würden, benötigten wir etwa 20 Prozent des derzeit erzeugten Stroms. Es ist kein Problem die benötigte Energie aufzubringen – selbst wenn die Fahrzeuge in Zukunft ausschließlich mit grünem Strom fahren.”

Wie halten Sie es? Schon umgestiegen auf Wasserstoff? Lädt das Auto des Nachts an der Steckdose? Sind Abstriche denkbar zugunsten eines umweltfreundlicheren Autos?

Cradle to Cradle bei den Morgenwelt Keynotes

In dieser Folge erklärt Oliver Widmann, Mitarbeiter von Prof. Dr. Michael Braungart, über das Prinzip Cradle to Cradle. Oliver Widmann wurde 1971 in Waiblingen geboren. Er ist Diplom Betriebswirt und studierte an der Hochschule für Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht in Pforzheim. Oliver Widmann ist Dozent für Betriebswirtschaftslehre, Marketing, Organisation und Personalpolitik an der Akademie JAK in Hamburg. Seit 1997 ist er Unternehmensberater, Cradle to Cradle® Consultant, Marketingmanager, Projektmanager, CSR, Interior Manager und Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements & Corporate Social Responsibility.
Oliver Widmann ist Mitarbeiter von Prof. Dr. Michael Braungart und spricht über das Prinzip “Cradle to cradle”.
“Cradle to cradle” ist ein Modell für industrielle Prozesse, in dem alle Materialien in geschlossenen biologischen oder technischen Kreisläufen fließen. “Abfälle” existieren in diesem Sinne nicht, d.h. “Abfall” ist – wie in der Natur – gleichbedeutend mit “Nahrung”.

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