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#4925 – Wie ist es, einen Traum zu leben?

Manchmal wollen Träume gelebt werden. Sonst würden sie sich ja nicht so hartnäckig im Gehirn festsetzen. Und immer wieder, kaum im Alltäglichen angekommen, lautstark um Aufmerksamkeit bitten. Sie wollen nichts sehnlicher als endlich real werden. 

Der Preis ist ihnen egal.
Manchmal sind sie klein und kirschrot und betteln herzerweichend „Nimm mich mit. Verbring den Rest deines Lebens mit mir!“ Und manchmal sind sie auch nicht käuflich und trotzdem eine richtungsweisende Entscheidung.
Oder eine Einsicht. Wie: „Diese Idee ist schön, aber nicht realisierbar.“

Und nun?
Traum gegraben und auf einen neuen warten? Oder nur die Storyline anpassen? Wenn was nicht geht, sagte jemand letztens zu mir, dann geht es nur jetzt nicht oder so nicht. Zeit oder Weg anpassen, aber nicht die Absicht in Frage stellen.
Schlau, oder? Und so aufmuntern. Genau das habe ich die letzten Wochen gebraucht.

Meine erste Mustertasche hat den Reality Check der Produktion nicht überstanden. Zu teuer, zu viel Materialverbrauch, zu komplizierte Nähte… genug Gründe den Traum neu aufzusetzen. Ich hab mich entschieden den Weg anzupassen, aber die Grundidee einer ladyliken, komfortablen Businesstasche nicht in Frage zu stellen. Dafür ist die Zeit genau richtig. Daran glaube ich weiterhin.

Zurück zu Start.
In den letzten Wochen sind haufenweise neue Illustrationen entstanden. Neue Formen, neue Funktionen und neue Verarbeitungsideen. Ich merke, was ich im letzten Jahr alles gelernt habe und nun gezielt verbessern kann. Erst sah es nach einem Umweg aus, nun weiss ich, es war der nötige Wegweiser um am Ende eine noch bessere Tasche zu entwerfen. Eine, die nicht nur produzierbar ist, sondern auch meiner Vorstellung von der perfekten Tasche am nächsten kommt. 

Ich habe lange überlegt warum ich gerade diese und keine andere Tasche realisiert haben möchte. Was ist so wichtig, das es bleiben muss, was kann weg oder völlig anders umgesetzt werden? Macht es Sinn, ein Produkt aus dem Bedürfnis heraus zu entwickeln und nicht aus Produktionssicht, was ist realisierbar, was wurde schon immer so gemacht? Es ist nicht der schnellste Weg gewohnte Produktionspfade zu hinterfragen, aber ich hab mich genau dafür entschieden.
Die Zeit hab ich.

Und bis die perfekte Tasche den Weg aus meinem Gehirn gefunden hat, kann man sich doch den ein oder anderen kirschroten Traum erfüllen? Oder? Auch wenn er eigentlich aus Plastikmüll besteht? Aber dafür käuflich ist? Und es mein Geburtstag war? Und…

Ich kümmer mich jetzt einfach weiter drum, auch den nachhaltig erfüllenden Taschentraum zu realisieren. Dann fällt es bestimmt auch euch demnächst etwas leichter, dem herzerweichendem Betteln von hübsch anzusehenden Plastiktaschen einfach zu überhören. 

Anmerkung: Ich hab wohl den tollsten Job der Welt, ich kann meinen Traum leben.
Egal wie lange er braucht.

Text: Sandra Schittkowski

#4925 – Mustertasche sucht Probeträger

“Die Produktion des Prototypen ist in vollem Gange. Regelmäßig werden Zertifikate, Informationen zu „biologisch abbaubarem“ Leder, Farbmusterkarten oder Zuliefererdaten zwischen Porto und Hamburg hin und her geschickt. Ich vermute das Material zu besorgen und die Suche nach dem besten Bedingungen, dauert fast länger als die Tasche zu nähen. Nein, ich weiß, das es länger dauert. Das ist die wirklich harte Arbeit, wenn es etwas Eigenes sein soll und keine Kopie von dem was man schon kennt und über Jahre hinweg genauso gemacht hat. Aber Ricki, mein Agent, ist ganz zuversichtlich, fast euphorisch, das es Mitte Januar ein erstes Muster geben wird.

Das Logo von "For Nine To Five"

In der Zwischenzeit frag ich mich: Was kommt als nächstes, was ist der nächste wichtige Schritt? Ich bin gedanklich schon auf der Fashion Week, im Januar in Berlin. Ich freue mich besonders auf den green fashion event thekey.to“, auf die neuen Labels und auf die alten Bekannten. Wie gern wär ich endlich auch dabei, auf der anderen Seite der Gänge, mit einem eigenem Stand. Dann würde ich ganz aufgeregt da stehen und warten bis irgendjemand meine Tasche näher betrachtet und ich erfahre wie sie gefällt. Diesen Moment erwarte ich schon mit großer Spannung.

Obwohl ich schon einige Erfahrungen mit selbstnachgefragter Kritik gemacht habe. Es ist toll. Unbeschreiblich aufregend und unglaublich ermutigend. Ich habe bestimmt all meine Freunde und deren Bekanntschaft eingeladen ihre Meinung abzugeben. Einfach so, weil es mir wichtig ist, zu hören was andere über meine Tasche denken.

Taschen sind genauer betrachtet dann doch mehr als nur eine Tasche. Und, wenn man etwas nachfragt, müssen sie auch noch unzähligen Vorstellungen gerecht werden. Kein Wunder das Frau besser eine Tasche mehr als zuwenig hat, keine kann alles.

Was mich aber am meisten bewegt hat, war das unverhofft ausführliche Feedback. Richtig engagiert und detailverliebt. Kein übliches „Ja, nett…“ sondern mit vielen Anregungen und neuen Gedanken. Fast als ob sie das mal los werden wollten. Diese Wertschätzung und die Zeit die sie sich genommen haben, um sich mit einer Idee von einer Tasche zu beschäftigen, das hat mich wirklich beeindruckt.

Danach war mir schnell klar, das will ich ausweiten. Nicht nur mein engstes Umfeld will gefragt und involviert werden, sondern ein größerer Kreis muss her. Mittlerweile gibt es eine Gruppe auf facebook, die sich dafür wunderbar eignet. Ob Logo, Markenname, Farbe oder Material, alles wird bewertet.

Und das ist der wirklich spannende nächste Schritt: die 10 Mustertaschen.
Es wird keine klassische erste Kollektion geben, sondern eine Musterkollektion zum Probetragen. Kein Boutiqueverkauf, kein Presserummel, nur eine Bedingung. Feedback.
Ich werde 10 Taschen produzieren und ausschließlich an Menschen geben, die bereit sind über ihre Erfahrungen und Bedürfnisse zu berichten. Nicht weil ich so gern zuhöre, sondern um all die Erkenntnisse in die Produktion der „Alleskönnertasche“ einfließen zu lassen. Erst wenn alle Entscheidungen zig mal gegengeprüft wurden, erst dann wird es die erste offizielle Kollektion geben.

Diese Tasche soll nicht nur mir gefallen, vor allem soll sie der Trägerin gefallen. Und um das auch für alle weiteren Kollektionen sicher zu stellen, wird es ein immer fortlaufender Prozess bleiben.
Zudem interessiert mich brennend, ob Produkte wirklich besser verkauft werden, wenn Hersteller die Bedürfnisse Ihrer Kunden in den Mittelpunkt stellen. Ich denke das interessiert noch einige andere Unternehmen, den sonst wäre der Run auf Social Media Marketing nicht nachvollziehbar.
Ich finde es fantastisch zu sehen, das die Meinung der Konsumenten wieder eine tragende Rolle in der Herstellung von Produkten bekommt. Und wer es ebenfalls fantastisch findet, diese Möglichkeit auf Meinungsäußerung zu nutzen, der möchte sich doch bitte bei mir melden und meine Mustertasche Probetragen. Oder einem Bekannten davon erzählen ;)

Text: Sandra Schittkowski von “For Nine To Five”

Onlineshopping: HempAge

Hemden, Jeans, Shirts, Kleider, Socken, Accessoires – eigentlich alles, was das Modeherz begehrt hat HempAge. Und: Alles aus Hanf. Richtig, Hanf. Was spontan vielleicht Weiterlesen »

Gutes Karma für glovico.org

Zwar schon einen Monat her, aber das wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten: Glovico ist seit Weiterlesen »

Start der Serie: Fair shoppen im Internet

Dass nachhaltig und fair produzierte Produkte sich einer wachsenden Beliebtheit erfreuen ist nichts Neues mehr. Da verwundert es auch nicht, dass die Auswahl immer größer wird und beispielsweise Ökomode schon lange nichts mehr mit Birkenstocks und Leinengewändern zu tun hat. Bio-Lebensmittel sind längst weg vom Körnerfresserimage und wer sich ein umweltfreundliches Auto zulegt, erlangt bald mehr Anerkennung als Abweisung im Freundeskreis. Die Zahl der Internetseiten, auf denen man faire Klamotten, Lebensmittel oder Kosmetika shoppen kann, wächst. Weiterlesen »

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